"Dies ist Ihr Gehirn." Das Bild einer Gerbera im Topf. "Dies ist ihr Gehirn unter dem Einfluß des Internet." Bilder von Gerbera-Blüten, die vom Stiel guillotiniert und zusammen mit Pökellake, Seifenschaum und 42 zerriebenen Pixy Stix in einen Mixer geschüttet werden. Geräusche vom Mixer, Stufe drei. "Noch Fragen?"

Mittwoch, September 14, 2005

Planet Punk


„Warum sollt’ ich Nazis nicht mit dem Baseballschläger schlagen? Ich eröffne die Saison und fang’ sie jetzt an zu jagen!“
(Band Ohne Anspruch „In deiner Hand“)

Obwohl ich Buttons an meinen Rucksack habe und gerne die Ärzte höre, würde ich mich niemals als Punk bezeichnen. Wenn schon, dann eher als „Indie-Rocker mit Einschlag in House und Black Music“. Doch trotzdem sympathisiere ich mit dieser Kultur. Nicht weil es momentan so hip ist (Nieder mit Good Charlotte! Nieder mit Tokio Hotel!), sondern weil ich was gegen Nazis habe. Das Kuhkaff, in dem ich wohne, ist voll mit diesen hirnlosen Faschos und da pin’ ich mir doch doppelt so gerne einen „Nazis raus!“-Button an meine Klamotten. Doch mehr Punk als ich sind dagegen die Webcomics „Nothing Nice to Say“ und „…hey suburbia!“.

„Nothing Nice to Say“, von Mitch Clem, bezeichnet sich selber als das „welterste Punk Webcomic“. Ob das der Wahrheit entspricht, sei jetzt mal dahingestellt. Hauptfiguren sind der vorsichtige Blake und der leicht durchgeknallte Fletcher, WG-Bewohner und Mitglieder der Punkband „The Negative Adjectives“. Nebenbei wohnt die berühmte Gottheit Cthulhu (von H.P. Lovecraft) bei ihnen als Untermieter. Außerdem hätten wir noch da das jungfräuliche und immer depressive Emo-Kid Phillip und das Lesbenpärchen Karen (Radikale Feministin) und Alice (Goth). Mitch stellt sich im Strip als (möchtegern)allmächtigen Comiczeichner dar, der, mit Hilfe einer Gegensprechanlage, Kontakt zu seiner Kreation aufnehmen kann. Auch sind sich die Protagonisten ihrer Existenz als Comicfiguren bewusst und nehmen diese Erkenntnis recht locker hin.

Zwischendurch machte die Serie eine große Veränderung durch. Wegen zermürbenden Diskussionen im hauseigenen Forum, beendete Mitch den Comic 2004. Doch er konnte von seiner Arbeit nicht lassen und so ließ er NN2S später wiederauferstehen, nun komplett in Schwarzweiß gezeichnet.

NN2S hat eine Spinoff-Serie, namens „The Coffee Achievers“, welche in einem anderen Universum stattfindet, indem aber die gleichen Charaktere mit geringen Abweichungen auftauchen. So verfügt Alice über Zauberkräfte, anstatt bei Harry Potter davon zu träumen und ein Mixtape verleiht Fletcher die Macht zu Fliegen. Anfänglich wurde dieser Comic noch von Clem selber gezeichnet, doch hatte er dies nie wirklich auf Dauer vor. So visualisiert Joe Dunn jetzt den Strip, nachdem er die komplette Serie neu gezeichnet hat.

„…hey suburbia!“, von Rocky Foxtop aka Liz, trägt autobiografische Züge mit leichten Hang zum Fantastischen. Hauptfigur ist die sympathische Zeichnerin selber, die mit der anthropomorphen Hamsterin Angelina zusammenlebt. Außerdem tauchen noch unglaublich viele andere Hauptcharaktere auf, dessen Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde. Der Comic entstand in einem langweiligen Sommer, doch schnell wurde er beliebt bei Liz’ Freunden und so stellte sie ihn online.


"Nothing Nice to Say"
www.nothingnice.com

"The Coffee Achievers"
www.coffeeachievers.net

"...hey suburbia!"
http://rockyfoxtop.keenspace.com/

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Montag, August 01, 2005

Von Zombiepiraten und dreiköpfigen Affen



Es war einmal ein Mann namens Ron Gilbert. Der erfand 1987 für die ehemalige Kooperation zwischen George Lucas und Atari, namens „Lucasfilm Games“, die Spiele-Engine „SCUMM“, die den damals noch textbasierten Adventures endlich eine grafische Oberfläche gab. Mit SCUMM enstanden viele Klassiker der Videospielgeschichte, wie „Maniac Mansion“, „Zak McKraken“ – und das legendäre „The Secret of Monkey Island“, ausgedacht von Ron Gilbert.

Viele Jahre später entschied sich die Firma, die jetzt „LucasArts“ heißt, keine Adventures mehr zu produzieren, sondern nur noch durchwachsene „Star Wars“-Titel zu veröffentlichen. Gilbert selber hat schon seit langen die Firma verlassen, um sich der Entwicklung von Computerspielen für Kinder zu widmen.

Und es ist kein neues Monkey Island weit und breit zusehen.

Aber das heißt nicht, daß die Geschichte um Guybrush Threepwood in Vergessenheit gerät. Es gibt sehr viele Projekte im Netz, die Gilberts Arbeit würdigen, wie zum Beispiel Paco Vinks famose Comic-Umsetzung des ersten Teils. Das ganze Comic ist im Grafikstil des dritten Teil gehalten, ist wunderbar detailliert und fängt perfekt das Flair der Vorlage ein. Die Charaktere sind alle sehr treffend und dynamisch gezeichnet.

Doch es gibt einen Haken: Paco macht dieses Comic in seiner Freizeit und von dieser hat er als Student, ähm, nicht gerade sehr viel übrig (Okay, vielleicht ist er auch einfach nur faul). Daher wird dieses Wunderwerk nur alle paar Jubeljahre geupdatet und man ist wahrscheinlich mit selber Durchspielen schneller. Kopf hoch, immerhin ist man schon auf Seite 47 angekommen.


Das Monkey Island Comic von Paco Vink
www.worldofmi.com/features/comics/vink/

"World of Monkey Island" Die beste Monkey-Island-Fanseite überhaupt.
www.worldofmi.com

Die Homepage von Paco Vink
www.pacomania.com

Ron Gilberts Weblog "Grumpy Gamer"
www.grumpygamer.com

Und wo wir gerade beim Thema sind: Die inoffiziellen Monkey Island 2 Outtakes. Funny!
http://www.newgrounds.com/portal/view.php?id=111996

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Sonntag, Juni 26, 2005

Fragwürdiger Inhalt



Indie-Rock, hübsche Frauen, Roboter, sympathische Charaktere! Willkommen in Jeph Jacques' Welt und meinen momentanen Lieblings-Webcomic "Questionable Content".

Hauptfigur ist Marten Reed, ein introvertierter Indie-Rock-Nerd in den Zwanzigern. Er ist Besitzer des kleinen AnthroPC-Roboters Pintsize, eine Mischung aus Marvin im neuen Anhalter-Film, einen Kleinkind und R2-D2, der den armen Marten öfters Ärger macht.
Seit sie ihr Apartment abgefackelt hat, wohnt Faye Whitaker bei ihnen. Faye vergibt öfter ein paar Schläge an Bekannte und hat eine mysteriöse Vergangenheit. Sie und Marten sind Freunde, aber beide wollen nicht zugeben, dass sie für den anderen was empfinden. Faye arbeitet im Coffee Shop "Coffee of Doom" (sic!), dessen Besitzerin Dora Bianchi (Ex-Goth und mein persönlicher Lieblingscharakter) ist. Auch zwischen Dora und Marten hat es gefunkt, aber auch hier nicht mehr. Steve ist Martens bester Kumpel, der wiederum zusammen mit Ellen ist.

Wie man sieht, nimmt die ganze Geschichte schon die Ausmaße einer Soap an. Daher empfehle ich, diesen Wikipedia-Eintrag sich anzusehen ( http://en.wikipedia.org/wiki/Questionable_content ) oder noch besser, die ganze Geschichte von Anfang an zu lesen. Man sieht auch nebenbei, wie wunderbar sich der Zeichenstil von Jeph in den Jahren verändert hat, obwohl seine Zeichnungen zu keinen Zeitpunkt schlecht oder billig aussehen.

QC hat einen tiefsinnigen Humor, wird manchmal ernst, aber bringt dann einen doch wieder zum Schmunzeln. Ich kann wirklich nur empfehlen, dieses Webcomic komplett durchzulesen, auch wenn es anfänglich etwas viel erscheint. Man würde sonst viel gutes Zeug verpassen und teilweise die Geschichte gar nicht verstehen.

Bleibt die Frage, was am Inhalt so fragwürdig ist. Antwort: Gar nichts! Jeph hatte dieses Comic ursprünglich als Frustventil von seinen Job gezeichnet, doch QC entwickelte sich weiter. Er wurde von seiner Firma wegen Subventionsmaßnahmen gekündigt, doch mittlerweile verdient er von seinen Comic genug, um davon zu leben.

www.questionablecontent.net

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